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Woher stammt das Achtsamkeitstraining (MBSR)?
1979 gründete Dr. Jon Kabat-Zinn die „Stress Reduction Clinic“ an der medizinischen Hochschule von Massachusetts (USA). Das Programm der Mindfulness Based Stress Reduction, auch genannt Achtsamkeitstraining, wurde zunächst ausschließlich an dieser Hochschule entwickelt und gelehrt.
Wie funktioniert MBSR?
MBSR konzentriert sich auf den Zusammenhang und die gegenseitige Abhängigkeit von Körper, Geist und Seele - und macht dies medizinisch nutzbar. In der Fachliteratur wird dieses Vorgehen auch Verhaltensmedizin genannt. Dabei wird beispielweise untersucht, wie Gedanken und Gefühle auf den Körper wirken. Und wie umgekehrt, über den Körper, unsere Gedanken und Gefühle beeinflusst werden. Daraus entwickelt die Verhaltensmedizin Methoden. So lernt man im Achtsamkeitstraining beispielsweise, sich in Stressituationen auf die Atmung zu konzentrieren. Mittels dieser Fokussierung lassen sich bei Bedarf Gedanken- und Gefühlskreisläufe unterbrechen, die Stress erzeugen.
Woher kann ich wissen, dass das Achtsamkeitstraining tatsächlich hilft?
Kabat-Zinn und seinen Mitarbeitern genügte es nicht, dass Menschen, die das Programm absolviert hatten, sich subjektiv besser fühlten und mit Stressituationen, zum Beispiel erzeugt durch chronische Schmerzen, besser umgehen konnten. Sie wollten dem MBSR-Training ein wissenschaftliches Fundament zu geben - als Grundlage für eine möglichst weite Verbreitung. Entsprechend erforschten die Wissenschaftler um Kabat-Zinn die Wirkung von MBSR anhand naturwissenschaftlicher Kriterien. Inspiriert von den positiven Forschungsergebnissen des Stressklinik-Teams hat mittlerweile eine Vielzahl von Forschungsgruppen an Universitäten und Kliniken weltweit die Wirksamkeit der untersuchten Methoden bestätigt und zugleich die Weiterentwicklung von MBSR voran getrieben.
Bei welchen Problemen wird MBSR angewandt?
Bei zahlreichen Krankheitsbildern ist die positive Wirkung eines Achtsamkeitstrainings mittlerweile nachgewiesen. MBSR wirkt nicht nur allgemein gegen Stressbelastung bei der Arbeit und im Alltag. Positive Wirkungen sind ebenso belegt, wenn das Training zur begleitenden Behandlung von schweren Krankheiten wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, AIDS, Krebs oder auch chronischen Schmerzzuständen eingesetzt wird. Etwa 18.000 Menschen haben mittlerweile das Training der Stressklinik durchlaufen. Berücksichtigt man, dass sich MBSR spätenstens seit den 90er Jahren weltweit verbreitete, dürfte die Zahl derer, die mittlerweile von MBSR profitieren, ein Vielfaches davon betragen. In jüngerer Zeit werden Achtsamkeitsmethoden auch angewandt, um zu vermeiden, dass Menschen, die eine Depression erlitten haben, einen Rückfall erleiden. Das entsprechende Programm nennt sich MBCT (Mindfulness Based Cognitive Therapy) und die Ergenisse zeigen, dass die Rückfallquote mit MBCT um ca. 50% gesenkt werden kann. Da Depressionen einen immensen Kostenfaktor für das Gesundheitssystem westlicher Industriegesellschaften darstellen, hat sich z.B. die britische Regierung dafür entschieden, MBCT offiziell in die nationalen medizinischen Behandlungsrichtlinien aufzunehmen. Für Deutschland ist ähnliches leider noch nicht in Sicht.
Wer hat die Methoden für MBSR "erfunden"?
Die Methoden des Achtsamkeitstrainings haben überwiegend ihren Ursprung in sprituellen Traditionen. Das ist wenig überraschend, da Yoga, Zen-Buddhismus oder Vipassana viel mehr Erfahrung mit meditativen und konzentrativen Übungen vorzuweisen hat, als unsere westliche Welt. Im MBSR/MBCT sind diese Methoden allerdings nicht mehr an irgend einen weltanschaulichen Kontext gebunden, sondern werden völlig losgelöst von religiösen Motiven oder Anschaungen angewandt und erforscht. Wer ein Achtsamkeitstraining aufnimmt, muss also nicht befürchten, mit irgend einer Art von religiöser Sichtweise konfrontiert zu werden. Es geht ausschließlich um die Arbeit an persönlichen Gedanken, Gefühlen und Körperempfindungen.
Wie kann ich merken, dass MBSR mir hilft?
Wenn Sie an dem Programm teilnehmen, nimmt nicht nur Ihre Fähigkeit zu, mit Stressbelastungen souveräner umzugehen. Auch die Anfälligkeit für Stress insgesamt nimmt ab - und Ihre persönliche Stresssymptomatik, wie zum Beispiel Schlaflosigkeit oder Nervosität, bessert sich. Zudem sind Sie klarer und konzentrierter im Alltag und wissen besser einzuschätzen, was Ihnen guttut und was nicht. Insgesamt steigt die allgemeine Lebenszufriedenheit.
Natürlich kann kein seriöser Anbieter von MBSR den Erfolg eines solchen Trainings garantieren. Aber die Chancen sind enorm - eine kontinuierliche Übungspraxis vorausgesetzt.
Wie finde ich den richtigen Kurs für mich?
Im Normalfall melden Sie sich zu einem Gruppenkurs an. In der Regel besteht der aus 8 Terminen und eventuell einem halben Blocktag. Darüber hinaus gibt es auch mehrtätige Vollzeitkurse. Sie können natürlich auch ein privates Coaching buchen, was intensiver ist, aber auch mit höheren Kosten zu Buche schlägt. Wenn Sie noch nicht sicher sind, was für Sie persönlich gut passt, fragen Sie gerne nach!
Bei der Auswahl des geeigneten Lehrers sollten Sie zu allererst Ihrem Gefühl folgen: "Habe ich Vertrauen zu diesem Menschen?" Darüber hinaus ist natürlich auch die fachliche Qualifikation entscheidend. Sinnvolle Voraussetzungen sind eine pädagogische Qualifikation (zur Vermittlung des "Stoffs") sowie eine intensive persönliche Meditationspraxis. Bevor Sie sich für einen Kurs entscheiden, sollten Sie diese Themen ansprechen.
Darüber hinaus versuchen verschiedene Verbände durch eine spezielle Ausbildung die Qualität der Lehre zu sichern. So können Sie zum Beispiel Anbieter in Ihrer Nähe finden über www.mbsr-deutschland.de. Auch wenn die Mitgliedschaft in einem MBSR-Verband ein Qualitätskriterium ist, sollten Sie sich nicht alleine darauf verlassen. Es ist wie mit den Vertretern aus Handwerksberufen: Jeder ist sicher, sein Fach gut zu verstehen, und doch gibt es enorme Qualitätsunterschiede. Und am Ende repariert vielleicht ein Bekannter, der zwar keine klassische Ausbildung mitbringt, aber viel Leidenschaft für die Sache entwickelt, ihr Auto am besten.
Wenn Sie sich für einen Kurs bei einem speziellen Lehrer interessieren, bietet dieser in der Regel die Möglichkeit, einen (kostenfreien) Gesprächstermin (persönlich oder am Telefon) wahrzunehmen. So können beide Seiten prüfen, ob eine Zusammenarbeit passend und wünschenswert ist.
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